Seit dem 4.11.10 befinden wir uns nun in Sihanoukville, dem wohl bekanntesten Badeort Kambodschas. Es gibt insgesamt sieben Strände. Den Otres Beach (sehr schön aber kein Strom), Ochheuteal Beach (sehr überlaufen, Tourismus pur), Serendipity Beach (das selbe in grün wie Ochheuteal), Sokha und Hawaii Beach (beide privat), Independence Beach (nette Promenade zum spazieren gehen, mehr aber auch nicht) und der Victory Beach (vor dieser Gegend wird einschlägig gewarnt, dort sollen etliche Überfälle und Diebstähle erst kürzlich vorgekommen sein.
Daher haben wir uns einen Bungalow am Ochheuteal Beach gesucht und fahren zum Baden an den Otres Beach.
Nachdem sich unsere erste Unterkunft, die wir uns früh um sieben nach einer Nacht im Bus ausgesucht haben, sich doch nicht als akzeptabel herausstellte, sind wir in ein etwas netteres mit kostenlosem Internet umgezogen.
Am zweiten Tag, als wir es uns auf unserer Terrasse gemütlich gemacht haben, haben wir unsere Nachbarn ein wenig beobachtet. Sehr ungewöhnlich fanden wir, daß fast jeder eine riesige Suppenschüssel vor sich stehen hatte und ein ungewöhnlicher Geruch in der Luft lag. Bei einem SmallTalk mit unserem Nachbarn kam ich nah genug heran, um mir die Schüssel etwas genauer anzusehen. Tatsächlich voll mit Tabak. Das ist bestimmt noch billiger, als unsere 2,75$/Stange Zigaretten. 😉 Er hat wohl meinen Blick bemerkt und fragte mich ob wir rauchen. Natürlich rauchen wir!!!
Das Zeug wurde uns dann als Ganja vorgestellt. Khmerwort für Tabak. Wie naiv von uns!!! Ganja bedeutet Marihuana. Das wollten wir dann doch nicht haben und haben dankend abgelehnt. :-))
Sihanoukville ist bisher der einzige Ort in Kambodscha, an dem es Ausländern möglich ist sich einen Roller zu mieten und somit flexibel zu sein. Was wir natürlich auch getan haben und ordentlich genutzt haben. So entstehen dann auch solche Situationen wie heute. Ihr kennt die alte Aral Werbung “I`m Walking…”? Ja, genau so war es heute, nur bin ich nicht mit dem Kanister die Straße lang gelaufen. Mir lag eher das Lied “Brennend heißer Wüstensand” auf den Lippen. Es war wirklich heiß, was man beim Fahren gar nicht so sehr empfindet. So lief ich mit leeren Händen los um Sprit zu besorgen, zurück kam ich dann mit einer Literflasche (ursprünglich war darin mal eine Limonade abgefüllt) und einem Trichter. Gottseidank wird hier an jeder Straßenecke abgefüllter Sprit verkauft – unser Glück. Ein Zehnliterkanister wäre bei den Temperaturen auch eine ganz schöne Zumutung gewesen. 😉
Die Kambodschaner sind anscheinend doch nicht so blöd wie man ihnen des öfteren gern unterstellt. Die haben den Fußgängerweg in die Mitte gebaut – wie praktisch. Wenn man beispielsweise einem Bekannten begegnet, muß man nicht quer über die Straße brüllen, sondern kann sich angenehm unterhalten – sehr kommunikationsfördernd.
Trotz des Privilegs des einzigen Badeortes wird einem auch hier die Rückständigkeit des Landes sehr vor Augen geführt. Außer Baden, Schnorcheln, mit dem Roller fahren und Essen und Trinken kann man hier eigentlich nicht allzu viel tun. (oh ich vergaß – Jetski kann man hier auch fahren, wenn man möchte – aber ehrlich gesagt, stört das schon wieder massiv das Gesamtbild).
Daher haben wir eine 3-Insel-Tour (zu den südlichen Inseln), inklusive Frühstück, Softdrinks, Obst, Mittagessen und Schnorcheln, mitgemacht. Das Frühstück wurde uns vor dem Shop, indem wir die Tour gebucht haben, serviert. Bestehend aus Kaffee oder Tee einem Baguette und ranziger Butter und Marmelade. Der Tee schmeckte so wie das Wasser aus der Leitung hier riecht (hab ich nach einem Schluck dann lieber stehenlassen). Egal, wir kriegen dann ja was zum Mittag.
Am Strand angekommen lag unser kleines Fischerboot bereits bereit und los ging es mit weiteren neun Personen (großteils russisch sprechend). Auch egal, wir wollen uns ja die Inseln anschauen und ein wenig schnorcheln gehen.
Nach ca. einer Stunde Fahrt haben wir uns gefragt, wann endlich die Softdrinks ausgeteilt werden. So schnell sollten wir auch nicht in den Genuß – erst zum Mittagessen hat dann jeder eine Cola bekommen, aber dazu später. Erst hielten wir vor der felsigen Insel Koh Chraloh zum Schnorcheln. Die Schnellsten waren wir noch nie, da können wir niemanden was vormachen, ne? Auf jeden Fall, bis wir soweit waren uns einen Schnorchel und eine Taucherbrille zu besorgen und anzupassen, kamen auch schon die ersten wieder an Bord und lamentierten über leichte Schmerzen – hervorgerufen durch Quallen – ungefährlich zwar, aber brennen trotzdem. Manchmal ist es doch auch gut nicht immer erster zu sein 😉 Also haben wir uns wieder zurückgelehnt und eine angezündet (ein wenig Schadenfreude war auch dabei). Aus geplanten 40 Minuten wurden dann bloß 15 und weiter ging es zu Insel Koh Russei, wo wir 4h Aufenthalt haben und ein Mittagessen zu uns nehmen sollten.
Da standen schon 5 Boote als wir angelegt haben (in der nächsten halben Stunde kamen auch noch fünf weitere dazu). Ein Blick über die Bucht …. da standen ca. 50 Liegestühle und die Menschenmassen stürmten darauf zu. Damit zerschlug sich schon die Illusion einer wunderschönen einsamen Insel.
Die Zunge klebte uns bereits am Gaumen, da immer noch keine Softdrinks rausgerückt worden sind. Also ließen wir die Liegestühle unbeachtet und marschierten los, um was zu Trinken zu organisieren. Der doppelte Preis wunderte uns nicht wirklich, aber da keine Alternative vorhanden war, blieb uns wohl oder übel nichts anderes übrig als zu bezahlen. Nach einem kräftigen Schluck und der Gewissheit, daß die Insel nichts für uns zu bieten hatte, wollten wir auch noch einen der wenigen unbesetzten Liegestühle haben. Fanden wir auch – doch bevor wir uns rein plumpsen lassen konnten, stand auch schon jemand da, der die Hand aufgehalten hat und dafür 2000 Riel (0,5$) haben wollte. Jetzt überfiel uns der Gedanke, daß dies sehr einer Kaffeefahrt gleiche(fürs Pinkeln wollten sie auch noch 1000 Riel haben).
Das Mittagessen wurde uns auf einer großen gedeckten Strandmatte serviert.Darum haben wir uns elf ringsum versammelt um unseren gegrillten Baracuda mit Salat und Baguette zu verzehren.Sie haben sich große Mühe gegeben und das Essen war wirklich gut. Und nun wurden auch endlich die Softdrinks ausgeteilt – jeder hat eine Dose Cola bekommen ( gottseidank kein Wasser ).
Wir waren frustriert und haben (außer den Getränken) das Ganze boykottiert. Unser Bootsführer (wohl unseren enttäuschten Gesichtsausdruck gesehen) gab uns den Tip den Trampelpfad durch den Busch zu nehmen, dort kämen wir in ca. 15 min zur anderen Seite der Insel. Der Weg hat sich definitiv gelohnt. Kristallklares türkises Wasser und weißer Strand. Mit ein paar wenigen primitiven Bungalows und natürlich ohne Strom. Dort haben wir uns dann die nächsten zwei Stunden aufgehalten und hatten sicher mehr Spaß als die anderen auf der anderen Seite, die darauf gewartet haben, wann wir endlich weiter fahren würden. 🙂 Als wir dann wieder ablegten, sollte noch die dritte Insel zum Schnorcheln kommen, welche wir aber bedingt durch heftig einsetzenden Regen ausfallen haben lassen. Klitschnaß und völlig durchgefroren kamen wir am Strand an, zur selben Zeit klärten sich die Wolken natürlich wieder auf und es war so schön wie zuvor. 😉
Brückenbau der Russen, die den Hawaii Beach mit der 800m entfernten Insel Koh Pos verbinden. Was wird wohl da noch alles kommen???
Laßt es euch gut gehen und bis bald!
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