Siem Reap

6 11 2010

Am 31.10.10 ging unsere Reise mit dem Bus weiter nach Siem Reap. (Die Pünktlichkeit der Kambodschaner hat uns ja völlig überrascht, da wir davon ausgegangen sind, daß die Kambodschaner das ähnlich wie die Thais nehmen. Wir wurden eine halbe Stunde eher als verabredet abgeholt – unglaublich  –  das entspricht doch wieder unseren deutschen Idealen. 😉    )

Siem Reap liegt rund 10 km nordöstlich des Tonle-Sap-Sees, des größten Sees Südostasiens und eines der fischreichsten Binnengewässer der Erde, an beiden Seiten des Siem-Reap-Flusses. Der Name bedeutet wörtlich Ort der Niederlage der Siamesen und bezieht sich auf einen Sieg der Khmer über das Heer des Thai-Königreiches Ayutthaya im 17. Jahrhundert. Dort befindet sich so ziemlich die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit und Haupteinnahmequelle des Landes – die Tempelanlagen von Angkor

Angkor bezeichnet eine Region nahe der Stadt Siem Reap in Kambodscha, die vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreiches Kambuja bildete.

Weltbekannt wurde Angkor durch die noch heute sichtbaren Zeugnisse der Baukunst der Khmer in Form einzigartiger Tempelanlagen – allen voran durch den Angkor Wat, den größten Tempelkomplex der Welt.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km² wurden nacheinander mehrere Hauptstädte und in deren Zentrum jeweils ein großer Haupttempel errichtet. Bis heute wurden bereits mehr als 1.000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Es gibt Vermutungen, dass im Großraum von Angkor am Höhepunkt des historischen Königreiches bis zu 1 Million Menschen auf etwa 1.000 km² gelebt haben könnten.

Wer mehr darüber wissen möchte, Angkok – WIKI

Für jeden der Kambodscha besuchen möchte, ein MUß. Obwohl der Eintritt mit 20$ pro Tag oder 40$ für drei Tage recht hoch ist, ist Angkor sein Geld wirklich wert.

Um Geld zu sparen, nach dem teuren Eintritt, waren wir zu geizig um uns ein TukTuk zu nehmen ( 15$ für eine kleine Rundfahrt), daher haben wir uns mit dem Rad auf den Weg gemacht. (kostenloser Verleih im Hotel 😉  )  Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keine Ahnung wie weit es bis zum Eingang zu Angkor ist, geschweige denn über was für ein riesiges  Areal sich die Tempelanlagen erstrecken. Unsportlich, wie wir nun mal beide sind, mußten wir die erste Pause bereits nach 10 Minuten einlegen. Eine Cola und ne Zigarette und neuen Mutes ging es weiter. Nach weiteren 10min erreichten wir das Kassenhäuschen um ein Ticket zu kaufen. Wir wollten ein 3-Tagesticket kaufen, aber so einfach sollte das nicht sein. Mit unserer Angabe wollte sich die Dame nicht zufrieden geben, bis wir endlich geschnallt haben, wo das Problem lag. Es gibt zwei verschieden 3-Tagestickets. Entweder drei Tage hintereinander oder drei verschiedene Tage in der Woche. Wozu das relevant sein sollte, haben wir jedoch nicht rausfinden können, anschießend schickte sie uns weg, wir sollen uns an die nächste Schlange stellen. Irgendwann bekamen wir schließlich was wir wollten – und voller Euphorie radelten wir weiter. Fünfzehn Minuten später, noch immer kein Tempel in Sicht, brauchten wir die nächste Pause. (…das lag aber nicht nur an unserer schlechten Kondition, sondern auch an der hochstehenden Sonne ).

Schweißgebadet erreichten wir dann kurze Zeit später den ersten Tempel –   Angkor Wat.

SDC12606

3 Stunden später verließen wir tief beindruckt Ankor Wat. Unser Weg führte uns weiter zu Ankor Thom/ Bayon .

Völlig erledigt machten wir uns auf den Heimweg, noch zweifelnd ob wir überhaupt noch soviel Kraft aufbringen können…  Überraschenderweise ging der Rückweg leichter als erwartet. Jedoch – Akku war alle. Am Ende des Tages erfuhren wir von einem Hotelangestellten das wir gute 25 Kilometer zurückgelegt haben.

Die Nacht hat nicht ausgereicht, um unsere Batterien vollständig wieder aufzuladen.Daher charterten wir Zähneknirschelnd ein TUK TUK . Wir verbrachten einen tollen Tag und konnten uns ausgeruht etliche weitere Tempel in Ruhe ansehen, was mit dem Fahrrad ( für uns ) nie möglich gewesen wäre.

Ganz besonders empfehlenswert ist Ta Prohm – ein wunderbares Schauspiel wie die Natur sich seinen Weg bahnt. Wunderschön und mehr als beeindruckend.

SDC12938

 

Vor allen Tempeln wird man von Scharren von Kindern mit großen runden braunen Kulleraugen überfallen, die einen so mitleidig ansehen so das man ihnen kaum widerstehen kann. Oftmals verdienen diese Kinder mehr als ihre Väter, die bis zu 80 h in der Woche arbeiten müssen ( durchschnittlicher Monatsverdienst 30 – 35$ ). Aufgrund dessen wird leider die Schulbildung völlig außer acht gelassen. Um dies nicht zu fördern, versucht man sich schnellstmöglichst davon zu machen und kauft seine Getränke bei den Frauen, denen es auch nicht besser geht.

Um potentielle Kundschaft anzulocken um ihre Ware anzusehen haben sie gute Strategien entwickelt, indem sie dir ein Armband schenken als Souvenir ohne jegliche Gegenleistung.Das Wissen der Armut und dem Mitleid machen es einem unmöglich weiter zu gehen… und dann hast du verloren!!! Somit haben wir etlichen Krusch gekauft den keiner braucht, aber naja… für einen guten Zweck. ;-))

Nach soviel Kultur haben wir uns nach dem 3 Tag entschieden nach Sihanoukville weiter zu reisen. Der Abschied von Siem Reap war unglaublich, das ganze Personal hat sich vor der Tür versammelt , um uns zu verabschieden. Der Nachtbus war in desolatem Zustand und die Geräuschkulisse war beängstigend. Es gab 22 Schlafplätze, Einzelbetten auf der linken und Doppelbetten auf der rechten Seite. Mächtig wunderten wir uns über das relativ viele Personal  von 4 Leuten. Ein Busfahrer, ein Ersatzfahrer, eine Ticketkontrolleurin und einen der die Tür zuhält. 😉

Vorgestern früh sind wir nach neunstündiger Busfahrt angekommen. Dazu mehr im nächsten Eintrag.